#42 Fahrplanwechsel 2011/2012

Posted by in 10 - Dezember 2011, 2011

Liebe Leser

Heute schreibe ich aus einem speziellen Anlass, keine normale Zugstory – wie gewöhnlich. Ich möchte Euch stattdessen auf die Fahrplanänderung aufmerksam machen. Doch diese bringt nicht nur neue Abfahrts- und Ankunftszeiten mit, sondern auch weitere Änderungen, die uns Pendler teuer zu stehen kommen können oder das Leben vereinfachen (sollten).

Die wohl wichtigste Änderung:
Nur noch mit Billet fahren!
Von nun an kann im Zug KEIN Billet mehr gelöst werden! Dies war bislang in Langstreckenzügen ohne weitere Probleme – mit einem kleinen Zuschlag – möglich. Dies führte jedoch dazu, dass viele Leute einfach auf gut Glück kein Ticket gekauft haben und im Notfalls im Zug nachgelöst haben. Wieso? – Weil man nicht auf jeder Fahrt kontrolliert wurde! Wäre man schon nur jedes dritte Mal nicht kontrolliert worden, hätte man den Zuschlag schon raus und wäre mit der auf-gut-Glück-Methode langfristig gesehen günstiger gekommen als wenn man normal ein Billet, vor Antritt der Fahrt, gekauft hätte. Es können nun auch keine Klassenwechsel mehr gelöst werden und somit ist es auch nicht mehr zu empfehlen, mit einem 2. Klasse-Ticket in der 1. Klasse zu fahren, dies wird nämlich nun wie „Fahren ohne gültige Fahrkarte“ geahndet und kommt teuer zu stehen.
Wichtiger Hinweis!
Die Kontrolleure haben bei dieser Angelegenheit einen Spielraum betreffend Zuschlag. Normalerweise zahlt der Fahrgast bei Antritt der Fahrt ohne gültiges Billet einen Zuschlag von (neu!) mindestens 90.-. Auf diesen Zuschlag kann der Kontrolleur aber verzichten bei:
– Gruppen
– Menschen mit Behinderung
– Familien
– Touristen
– internationaler Personenverkehr
– Irrfahrt
Quelle: http://www.sbb.ch/abos-billette/billette-schweiz/billettpflicht.html

Eine Änderung, an die wir eigentlich schon gewöhnt sind:
Billete werden teurer!
Ja, richtig gehört, sie haben es wieder einmal getan, sie haben die Preise heraufschraubt. Da ich das GA bzw. dessen Preis nicht berücksichtigt habe, kann ich euch leider keine weiteren genauen Infos zu diesen Preisen geben. Allerdings habe ich auf Recherche herausgefunden, dass das beliebte Gemeinde-GA (welches der Anbieter nur zu gern abschaffen möchte), teurer geworden ist. Zudem sind auch Fahrten ins Ausland am Automat/Schalter ein bisschen teurer geworden durch Erhöhung des Zuschlags: alt 5 SFr., neu 10 SFr. pro Person und Reise. Als Tipp empfehle ich euch, die Billete über den Online-Shop zu bestellen, dort fällt dieser Zuschlag nämlich weg.
Zudem wird auch der Zuschlag beim Fahren ohne gültiges Billet national von 80 SFr. auf 90 SFr. in bar, bzw. 100 SFr. auf 110 SFr. auf Rechnung, hochgeschraubt.

Weniger Verspätung dank längerer Fahrzeit!
Ja, ihr habt richtig gehört! Wir werden von den endlos nervenden Verspätungen befreit, zwar nicht von allen, aber von vielen. Sie nerven uns seit es sie gibt und es gibt sie seit ein Fahrplan existiert. Sie sind wohl die häufigste Ausrese bei zu-spät-kommen und sie entstehen 3. Gewalt, die für einen Normalsterblichen nicht beeinflussbar sind. Zudem kommen sie immer wieder und man kann nichts gegen sie tun, ist also genau wie bei „Last Christmas“ vom „Wham“! Doch wie schon gesagt, es wird Abhilfe geschaffen… Wie? Ganz einfach: Neu dauern die Fahrten länger, die Aufenthalte werden auch in die Länge gezogen und das Ganze bei gleicher Leistung und Aufwand. Mit anderen Worten: Weniger Verspätung da „längere“ Fahrtzeit eingerechnet für unveränderte Strecke.

Fernverkehr (Ausland):
Hier ändert sich eigentlich nur bei der Reisezeit etwas, Paris ist nun eine halbe Stunde schneller erreichbar, Mailand eine halbe Stunde langsamer wegen eingeplanten Wartezeiten zur Verhinderung von Verspätungen.

Weitere kleine Änderungen im Fernverkehr:
Sind unter folgendem Link detailliert beschrieben, es lohnt sich auf jedenfall einen Blick darauf, falls man mit einem Langstreckenzug fährt!
http://www.ag.ch/verkehr/shared/dokumente/pdf/aenderungen_fernverkehr_fahrplan_2012.pdf

An alle Verspätungs-SMS-User:
Eure Abonnements auf sbb.ch (TOP SERVICE!) wurden gelöscht, ihr müsst also alle, die ihr wieder wollt, neu erfassen.

Noch ein kleines Happy-End:
Vielleicht mögt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, als das Rauchen in den Zügen noch erlaubt war? Schon lange her, nicht? Naja eigentlich geht es noch so, denn das Rauchverbot wurde „erst“ am 10. Dezember 2005 vom damaligen Generaldirektor Benedikt Weibel durchgesetzt. Durch dieses Vorgehen hat er viel Gutes für die Schweizer Bevölkerung und dessen Gesundheit getan doch er hat sich sicherlich auch Feinde erschaffen. Es gab viele Gemüter, die gegen dieses Rauchverbot waren. Doch jetzt, fast auf den Tag genau 6 Jahre später ist es die selbe Person, die in Österreich als Präsident der österreichischen „Westbahn“ Raucherabteile auf der Strecke Wien – Salzburg einführt. Wer jetzt also das Bedürfnis hat, in einen Zug zu gehen und zu rauchen: Österreich wartet ab dem 11. Dezember 2011, viel Spass.

Natürlich wurden noch diverse Ankunfts- und Abfahrtszeiten angepasst, doch davon überzeugt ihr euch am besten gleich selbst im Online-Fahrplan! Ich wünsche euch hiermit eine schöne Woche und dass ihr den Fahrplanwechsel und die damit in Zusammenhang stehenden Anpassungen gut übersteht.